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Bei der Schaffung von REDcert sind verschiedene, aus Sicht der betroffenen Wirtschaftsgruppen wichtige Ansatzpunkte berücksichtigt worden, die neben den maßgeblichen Rechtsvorschriften Prämisse bei der Gestaltung der Zertifizierungssysteme waren.

 

Die Arbeit von REDcert basiert dabei auf folgenden Grundsätzen:


Die gesellschaftliche Verantwortung

Der Beitrag, der Biokraft- und -brennstoffen als Instrument gegen den Klimawandel zugeschrieben wird, geht einher mit der Erwartung der Gesellschaft, dass die hoheitlichen Anreizsysteme hier v. a. die steuerliche Begünstigung von Biokraftstoffen rechtmäßig angewendet werden. Ebenso wichtig ist aber der gesellschaftliche Anspruch an tatsächlich wirksame Maßnahmen im Sinne eines nachhaltigen Handelns, z. B. im Hinblick auf korrekte Treibhausgasbilanzen oder eine sozialverträgliche Wirtschaftsweise nach anerkannten Maßstäben. Hier ist REDcert wie jedes andere Zertifizierungssystem gefordert, die notwendigen Spielregeln zu formulieren und für deren Einhaltung Sorge zu tragen.

 

Der Wettbewerbsgedanke

Die globale Dimension der Nachhaltigkeitszertifizierung stellt für Zertifizierungssysteme sowie Zertifizierungsstellen große Herausforderungen dar. Je nach Art der Biomasse, ihrem Verwendungszweck und ihrem Erzeugungs- bzw. Verwendungsort sind die Voraussetzungen für eine Nachhaltigkeitszertifizierung unterschiedlich geprägt. Daher ist es für die betroffenen Wirtschaftsgruppen wichtig, ausreichend Wettbewerb in der Systemlandschaft zu schaffen und Wahlmöglichkeiten für den jeweils gewünschten Verwendungszweck bei der Zertifizierung zu bekommen.

 

Die konsequente 1:1-Umsetzung der gesetzlichen Forderungen (im Biokraftstoffbereich)


Die REDcert Systeme (REDcert-DE und REDcert-EU) gewährleisten eine rechtskonforme Umsetzung der Nachhaltigkeitszertifizierung nach der RED (Renewable Energy Directive- Erneuerbare-Energien-Richtlinie). Darüber hinaus definiert es für die Biomasse erzeugende und verarbeitende Kette Anforderungen in Bezug auf soziale Kriterien. Diese wurden aus verschiedenen ILO-Konventionen übernommen.  Dies gewährleistet Kompatibilität mit allen anderen behördlich genehmigten Zertifizierungssystemen bei der Aufnahme wie bei der Abgabe von nachhaltiger Biomasse und vermeidet Beschränkungen oder sogar unzulässige Einschnitte im Warenverkehr.

 

Das Bekenntnis zur Eigenverantwortung

Mit der Schaffung eines wirtschaftsgetragenen Zertifizierungssystems (REDcert-DE) dokumentierten die betroffenen Wirtschaftsgruppen 2010 ihre Eigenverantwortung, indem sie nicht passiv auf die „unvermeidbare“ Zertifizierung warteten, sondern den vorhandenen Gestaltungsspielraum ausfüllten und das Thema „Nachhaltigkeit“ aktiv förderten.

 

Die aktive Zukunftsgestaltung

Mit dem Einstieg in die Nachhaltigkeitszertifizierung bei Biomasse zur energetischen Verwendung wurden perspektivisch die Voraussetzungen geschaffen, zu einem späteren Zeitpunkt – so dies durch Gesetzgebung oder Markteinflüsse gefordert werden würde – alle Arten und Verwertungsmöglichkeiten von Biomasse zertifizieren zu können. Da die meisten Unternehmen neben der energetischen Verwendung von Biomasse mit Koppel- oder Nebenprodukten oder dem gleichen „Ausgangsmaterial“ bereits andere Verwertungswege beschreiten, können in den Unternehmen rechtzeitig die Weichen gestellt werden.

 

Der Wunsch nach Synergieeffekten

Die Vielzahl an Zertifizierungssystemen für die unterschiedlichen Verwertungsformen von Biomasse belasten die Unternehmen nicht nur organisatorisch (Dokumentation, Nachweisführung u.a.), sondern auch finanziell, da in der Regel jedes System eigene Anforderungen an die Zertifizierung, z.B. in Bezug auf Prüfintervalle und Auditorenqualifikation, stellt. Hier soll mit Hilfe der REDcert Systeme rechtzeitig das vorhandene Synergiepotential in Bezug auf Darlegung und Nachweisführung, aber auch Durchführung der Zertifizierung (neutrale Kontrolle) aufgedeckt und nutzbar gemacht werden. Das schließt auch die Ausweitung des Geltungsbereichs des Zertifizierungsprogramms von REDcert auf andere Formen der Nutzung von Biomasse ein (siehe REDcert²). Ziel ist dabei ein Zertifizierungskonzept, das vor allem eine Lösung für die Erzeugung von Rohstoffen bietet, die endnutzerunabhängig und in allen Bereichen der Nutzung von Biomasse anerkannt ist.

 

Die Forderung nach Praktikabilität in der Anwendung
 
Durch die Einbeziehung von Fachleuten aus allen betroffenen Wirtschaftsgruppen, insbesondere Praktikern aus den Schnittstellenbetrieben, soll sichergestellt werden, dass sich die Ausgestaltung der Systemean der Praxis orientiert.